Reha-Phasen

Es müssen nicht zwangsläufig alle Phasen nacheinander durchlaufen werden. Vielmehr richtet sich dies nach dem Genesungszustand und den wiedererlangten Fähigkeiten des Betroffenen, welche Phase angesteuert und welche übersprungen wird.

Es ist durchaus möglich, dass Phase F-Patienten, auch nach längerer Zeit, in eine andere Phase gelangen. Zwar selten, aber nicht unmöglich, dass Phase F-Patienten es nach mehr als 10 Jahren, bis in Phase-E geschafft haben.



Die einzelnen Phasen

A: Akutbehandlung
Neurologische neurochirurgische, internistische Klinik (Intensivstation)

B: Frührehabilitation
Frührehabilitation mit noch meist schweren Bewusstseinsstörungen. Der Patient ist inkontinent, künstlich ernährt, intensivmedizinische Behandlungsmöglichkeiten sollten noch vorgehalten werden. Durch umfangreiche rehabilitative Maßnahmen (Behandlungspflege, Therapien) soll eine Besserung des Bewusstseinszustandes und die Herstellung der Mitarbeit des Patienten an den Therapien erreicht werden. Aufnahmekriterien: Keine Dauerbeatmung, kreislaufstabil, Verletzungen versorgt, Knochenbrüche übungsstabil und kein Hirndruck.

C: Weiterführende Rehabilitation
Weiterführende Rehabilitation. Der Patient kann in der Therapie bereits mitarbeiten muß aber noch mit hohem pflegerischen Aufwand betreut werden. Durch umfangreiche Rehamaßnahmen soll die Teilmobilisierung erreicht werden. Phase C ist leistungsrechtlich in § 40 Abs. 2 SGB V,§ 15 SGB VI bzw. § 559 RVO einzuordnen.

D: Medizinische Rehabilitation
Tritt nach Abschluss der Frühmobilisierung ein und stellt die medizinische Rehabilitation im bisherigen Sinne dar. Hier ist die Rentenversicherung der zuständige Leistungsträger, bzw. die Unfall- oder Krankenversicherung (bei besonderen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen).

E: Nachgehende Rehabilitation
Nachgehende Reha und berufliche Reha. Hier geht es insbesondere bei den Behandlungszielen um die Sicherung des medizinischen Behandlungserfolges, bzw. um Vorbeugung oder Besserung einer Behinderung (bzw. Verhütung), von deren Verschlimmerung sowie Vermeidung oder Minderung von Pflegebedürftigkeit und um die berufliche Wiedereingliederung (1. oder 2. Arbeitsmarkt) sowie die soziale und häusliche Wiedereingliederung.

F: Aktivierende Rehabilitation
Trotz aller medizinischen und rehabilitativen Bemühungen in der Akutbehandlung und in den nachfolgenden Behandlungsphasen (meist schon nach Phase B) bleiben bei einer Reihe von neurologischen Patienten schwerste Schädigungen bestehen. Sie gehen vom Apallischen Syndrom bis zu verschiedenen Graden von Fähigkeitsstörungen (oft auch mit Mehrfachbehinderungen). Diese Rehaphase ist auf Langzeit angelegt.

G: Betreutes und begleitendes Wohnen
Durch ein Therapie-, Beratungs-, Betreuungs- und Pflegeangebot soll den Schädel-Hirnverletzten nach erfolgter Rehabilitation/Teilrehabilitation unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" geholfen werden, zu selbstbestimmtem Leben zurückzufinden.